Die Notwendigkeit eine selbstgenügsame Wirtschaft auszuüben zwang die Bewohner von Sauris sich zu
bemühen um vor Ort die wichtigsten handgefertigten Erzeugnisse für den täglichen Gebrauch herzustellen.
Schnitzereien und Holzarbeiten wurden neben den hauptsächlichen Tätigkeiten der Landwirtschaft und
der Viehzucht von den meisten Männern ausgeübt, die sich in den Wintermonaten den Zimmereiarbeiten
sowie des Baus und der Reparatur von Geräten und Werkzeugen widmeten.
Die Geschicktesten von ihnen gewannen aus Ahornholz die "dalmine" und die Fasnachtsmasken.
Ein höheres Spezialisierungsniveau war bei der Tätigkeit des Schmiedes, Webers und Schneiders gefragt.
In jedem Ortsteil gab es eine Schmiede wo der Schmied die Teile aus Eisen für die Geräte
und Transportmittel (Wagen, Schlitten) schmiedete.
Dieser Handwerker übte auch die Funktion des Hufschmiedes aus. Die Kleider- und Wäschestücke wurden
komplett im Tal angefertigt. Während des Winters krempelten und spannen die Frauen die Spinnfaser
(an Ort und Stelle angebautes Leinen und Hanf, Wolle).
Die Weberei hingegen war eine handwerkliche Tätigkeit, die traditionsgemäß von Männer ausgeübt wurde.
Zwischen dem XVII. und dem XIX. Jahrhundert erlernten viele Jugendliche das Weberhandwerk in der
friaulischen Ebene.
Einige blieben dort und öffneten einen eigenen Laden und kamen in den Ort während der Sommermonate um
der Familie bei der Landarbeit zu helfen. Andere dagegen übten ihr Tätigkeit in Sauris aus und produzierten
Stoffe, die dann den geschickten Händen der Schneider übergeben wurden. Die saurischen Weber waren bis
Mitte des 20. Jahrhunderts tätig.
|